
Die zum international tätigen BAUER Konzern gehörende HAUSHERR System Bohrtechnik GmbH lieferte das erste Sprenglochbohrgerät des Typs HBM 80 S ("S" steht für die Hochdruckkompressorvariante) nach Namibia aus. Dort befindet sich das erste namibische Zementwerk, welches am Jahresende seine Produktion aufnehmen wird. Der Betreiber Ohrongo Cement ist eine Tochtergesellschaft der in Ulm ansässigen SCHWENK Zement KG.
Da man in dem komplett neu anzulegenden Abbaugebiet noch keinerlei Bohrerfahrung sammeln konnte, wurde vom Kunden ein Gerät gesucht, welches in der Lage ist, alle eventuellen Bohrprobleme zu lösen und welches möglichst variabel in der Auswahl der Bohrverfahren ist. Weitere Anforderung war natürlich eine möglichst robuste und langlebige Technik, welche im Notfall auch vom eigenen Personal instandgesetzt werden kann. Nicht zuletzt erwartet man von einem modernen Gerät hohe Leistungen und Verfügbarkeiten, Wartungs- und Reparaturfreundlichkeit sowie einen reaktionsschnellen Vor-Ort Service.
Da die HBM 80 S alle diese Anforderungen erfüllt und Hausherr mit der Firma ROTARY MINING NAMIBIA Ltd. auch über einen qualifizierten Vor-Ort-Service-Partner verfügt, fiel die Auswahl letztendlich auch auf dies Hausherr-Bohrgerät. Die Partnerschaft zur Schwenk-Gruppe, deren Bohrgeräteflotte ausschließlich aus Hausherr-Bohrgeräten besteht, hat sich bereits seit einigen Jahrzehnten bewährt.
"Die Maschine muß innerhalb kürzester Zeit vom Tieflochhammerbohren auf drehendes Bohren umzurüsten sein, da es in der verwitterten Decklage sonst fast keine Möglichkeit gibt, eine einwandfreie Bohrung einzubringen, die auch dann mit Sprengstoff befüllt werden kann", so Gottfried Geist, zuständiger Betriebsleiter des Tagebaues von Ohorongo Cement in Namibia, "diese Vielfältigkeit bietet uns nur die HBM 80 S von Hausherr".
Die HBM 80 S verfügt über einen 2-stufigen Hausherr-Schraubenkompressor, der maximal 25 bar und 18,6 m³/min. liefert. Angetrieben von einem 292 kW starken Caterpillar C11 Dieselmotor – wegen der hohen Umgebungstemperaturen ausgestattet mit einem extra großen Kühler – wird derzeit nun wechselweise mit einem Tieflochhammer oder auch drehend mit Stufenbohrkrone gebohrt.
Betriebsleiter Geist fasst die Bohrleistung wie folgt zusammen: "Schon die kürzlich erfolgte Inbetriebnahme zeigte, daß es uns durch die großzügige Leistungsauslegung von Hausherr möglich sein wird, den Dieselmotor mit einer auf 1600 U/min. reduzierten Drehzahl, insbesondere beim Drehbohren, arbeiten zu lassen. Dies reduziert den Dieselverbauch und somit die Betriebskosten erheblich. Mit dem Tieflochhammer erreichen wir durchschnittlich eine Brutto-Bohrleistung von etwa 360 m pro Schicht."
Auch der namibische Bohrmeister Martin Arachab ist sehr zufrieden mit seiner "GOTTFRIED I" (Mobilgeräte werden hier traditionell mit einem Namen versehen). Die großzügig und nach ergonomischen Gesichtspunkten gestaltete Kabine, ausgerüstet mit allem Komfort, wie Klimaanlage, Grammer-Komfortsitz, Joystick-Bedienung, Rückfahrvideosystem, CD-Radio, getönten Scheiben usw. ermöglicht ihm ein konzentriertes Arbeiten bei einem gemessenen Schallpegel von nur 74 dB(A).
Eine automatische Bohrstangen-Gewindeschmieranlage garantiert ein regelmäßiges abschmieren und reduziert so erheblich den Gewindeverschleiß.
"Festbohren und Gestängeverluste sind aufgrund der hohen hydraulischen Kraftreserven nahezu ausgeschlossen", so der Kunde in Anspielung auf die 80 kN Rückzugskraft und das Drehmoment des Bohrantriebes vom 4.200 Nm.
"Aufgrund der robusten Bauweise der HBM 80 werden wir sicher auch diese Maschine viele Jahre im Einsatz haben, so wie in unseren deutschen Betrieben auch", ist sich Gottfried Geist sicher auch für den afrikanischen Einsatz die optimale Lösung gefunden zu haben.
Das Ohorongo Zementwerk bei Otavi, ca. 400 km nördlich der namibischen Hauptstadt Windhoek gelegen, wird Ende 2010 seine Produktion aufnehmen. Es ist das bislang einzige Zementwerk in Namibia und wurde nach neuesten internationalen Standards und natürlich unter Einhaltung der Umweltvorschriften geplant und erbaut. Ohorongo Cement wird ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber in der Region sein. Etwa 300 direkte und weitere 2000 indirekte Arbeitsplätze werden dauerhaft durch die Ansiedlung geschaffen, was sich natürlich sehr positiv auf die weitere Entwicklung der Region niederschlagen wird.
| Dieselmotor: | CAT C11 | Fahrwerk: | BIV mit 90 ° Drehkranz |
| Kompressor: | 25 bar / 18,6 m³/min. | Kabine: | Klimaanlage, Rückfahrvideokamerasystem, Joystick-Bedienung, CD-Radio, Schalldämmung, Gewindeschmieranlage |
| Bohrgestänge: | 76 mm x 6000 mm | ||
| Vorschub-Rückzugskraft: | max. 80 kN | ||
| Drehmoment Bohrantrieb: | max. 4200 Nm |